Bewusstheit

 

Wie bewusst bin ich mir über mein eigenes Handeln?

Ich stehe an der Kasse des kleinen Lebensmittelgeschäfts und lege die paar Teile auf das Band, die mir für die heutige Essenszubereitung noch fehlten. Mein Blick fällt auf die fantastisch aussehenden Bananen, die die Kassiererin gleich für den Kunden abwiegen wird, der gerade an der Reihe ist. Sie sehen wirklich auffällig schmackhaft aus. „Es sind noch zwei Kunden vor mir“, denke ich, „und die Bananen sind gleich um die Ecke. Ich könnte mir auch noch schnell welche holen.“ Ich lächle mir innerlich selbst zu und erinnere mich daran, dass ich gerade keine Bananen brauche und mich nicht zu einem solchen „Spontankauf“ hinreißen lassen möchte. Jetzt ist Disziplin gefragt: Nicht nachgeben, sondern einfach stehenbleiben, zahlen und das Geschäft verlassen…😉 Während ich noch damit beschäftig bin, mich davon zu überzeugen, dass es heute auch ohne Bananen geht, sprintet der Mann vor mir plötzlich los und kommt mit drei Bananen wieder, die er zu seinen Kiwis mit aufs Band legt.

Bewusstheit ist ein Schlüssel zu mehr Klarheit im eigenen Handeln.

Ob in den kleinen (Bananen-) Dingen des Alltags oder größeren Angelegenheiten: Der Grat zwischen Inspiration und Manipulation ist schmal. Ob es sich um das eine oder das andere handelt, lässt sich insbesondere an dem „Nachgeschmack“ unseres Handelns erkennen. Blicken wir später zufrieden zurück und freuen uns, dass wir einem Impuls nachgegangen sind, der uns bereichert hat? Oder kommen Gedanken auf, wie „Eigentlich wollte ich das gar nicht. Warum habe ich mich nur hinreißen lassen?“ Wenn wir uns schon im Moment des Geschehens selbst bewusst darüber sind, welchen „Nachgeschmack“ wir zu erwarten haben, können wir uns immer öfter für ein Handeln entscheiden, das uns und anderen langfristig guttut.

Alltagsübung

Ich schreibe drei Handlungen auf, die mir als erstes in den Sinn kommen. Ich erinnere mich an diese Situationen und schreibe jeweils daneben, warum ich mich für die Handlung entscheiden habe. Ich frage mich: Bin ich in dem Moment einer Inspiration gefolgt, die für mich (und andere) gut war? Oder habe ich mich zu etwas hinreißen lassen, das einen fahlen „Nachgeschmack“ hinterlassen hat? Ich mache mir deutlich, dass bewusstes Handeln trainierbar ist und überlege mir eine Strategie, wie ich immer öfter so handeln kann, dass es mir und anderen dient. Beispielsweise kann ich einen Weg finden, um mich im entscheidenden Moment daran zu erinnern, zuerst innenzuhalten und zu überprüfen, welcher „Nachgeschmack“ zu erwarten ist, wenn ich auf diese oder auf jene Weise handle?