HerbstChance

Der Herbst ist da! Die Tage werden kälter, die Nächte länger. Feuchtigkeit durchzieht die Atmosphäre, die Blätter an den Bäumen verfärben sich. Die Menschen ziehen sich langsam wieder mehr in ihre Wohnräume zurück und machen es sich gemütlich. Es kehrt diese gewisse Stimmung ein, die anzeigt, dass ein Großteil des Jahres bereits vorüber ist.

Ich liebe den Herbst!

Ich mag die Frische dieser Jahreszeit, die Farbenpracht, den besonderen Sonnenglanz. Wenn es auf Ende September, Anfang Oktober zugeht, dann schaue ich auch zurück. Ich werde mir darüber bewusst, dass ich bereits neun Monate eines Jahres geschenkt bekommen habe. Das ist die Zeit, die es in etwa braucht, um ein neues Menschlein auf die Erde zu lieben. Was habe ich selbst in dieser Zeit auf die Erde geliebt? Was habe ich erschaffen? Wie habe ich diese Zeit gelebt? Auf was habe ich meine Aufmerksamkeit gerichtet?

Ich werde mir auch darüber bewusst, dass noch drei kostbare Monate dieses Jahres vor mir liegen.

Was ist mir für diese Zeit wichtig? Was möchte ich noch umzusetzen? Worauf richte ich meinen Fokus? Was habe ich in den Monaten dieses Jahres bis hierher vielleicht angefangen, aber noch nicht abgeschlossen? Wie möchte ich am Silvesterabend auf mein Jahr zurückschauen? Und was kann und werde ich jetzt ganz konkret dafür tun, dass meine Rückschau mich erfreuen und mich mit Zufriedenheit und Dankbarkeit erfüllen wird?

Bei meiner zwischenzeitlichen Rückschau auf das bisherige Jahr denke ich auch zurück an den Lockdown.

Ich denke daran, wie Menschen kreativ wurden, um miteinander in Verbindung zu bleiben, auch über jeden Abstand hinweg. Ich denke an bewegende Momente und Aktionen der Solidarität, die uns allen Anlass dazu gaben, uns wieder an unsere Menschlichkeit zu erinnern, uns auf unsere Mitmenschlichkeit zu besinnen.

Es war und ist noch immer eine Zeit der Herausforderungen, Nöte, Ängste, ja der Perspektivlosigkeit, die sich in den Leben vieler Menschen ausgebreitet haben. All das will gesehen werden und es fordert uns alle dazu heraus, das Beste aus dem zu machen, was uns das Leben gerade gibt, und zwar jeder dunklen Prognose zum Trotz.

Wie aber machen wir das?

Wir können uns zunächst wieder einmal selbst darauf besinnen, was wir gut können, was unsere Gaben sind, was uns Freude bereitet. Wir können uns darüber bewusstwerden, wodurch wir uns selbst in Balance halten und uns stärken können. Und aus dieser Freude am Erschaffen und aus unserer eigenen inneren Stärke heraus können wir dann unsere Augen, unsere Ohren und unser Herz offenhalten, um zu erkennen, wo das, was wir zu geben haben, sinnhaft eingesetzt werden kann, wo wir Trost spenden, wen wir aufbauen können.

Ein solches achtsames Tun ist keine Einbahnstraße. Vielmehr dürfen wir einander immer wieder liebevoll ergänzen und uns dadurch gegenseitig stärken, damit jede und jeder von uns (wieder) in ihre und seine volle Kraft kommen kann.

Blicken wir uns also um in den alltäglichen und außeralltäglichen Situationen, die wir in diesen Tagen erleben.

Schauen wir hin, wo wir hilfreich sein können, wo wir vielleicht ein stärkendes Wort verschenken, eine unterstützende Tat vollbringen, einen guten Gedanken senden, ein Lächeln geben, etwas Kreatives beisteuern etc. können. Darin liegen die ganz kleinen und doch so wirkungsvollen Schritte, um über Abstand und Verschiedenheiten hinweg Nähe und Gemeinschaft entstehen zu lassen und sie kraftvoll lebendig zu erhalten.